Sozialstation/Bäckerei

Bäckerei

Als 1994 die Gruppen aus Deutschland in unsere Dörfer gekommen sind, um zu helfen, plante man etwas zu bauen, was Einkommen generiert und gleichzeitig armen Familien hilft. Wir entschieden uns dazu, eine Bäckerei zu eröffnen. Unser Verein probierte es, jedoch ohne Erfolg, also ließen wir das vorerst. Währenddessen begann Georgels Sohn, Viorel, in Suceava eine Berufsausbildung als Bäcker. 1995 schloss er die Ausbildung ab und wollte hier nun die Bäckerei gründen. Erst arbeitet er dort nur alleine. Er hat in der Nacht gebacken und das Brot am nächsten Tag selbst mit seinem Auto ausgeliefert. Als die Nachfrage immer weiter stieg, stellte er 1996 einen Helfer ein. Später auch noch zwei Frauen und einen Auslieferer für das Brot. Zur selben Zeit baute er auch ein Haus und nutzte das verdiente Geld auch, um die Raten dafür abzubezahlen. Im Januar 2011 gab es allerdings einen Brand in der Bäckerei. Sie brannte nieder, was ein großer Rückschlag für Viorel war. Er war auch nicht versichert, sodass er keine finanzielle Hilfe bekommen konnte. Mithilfe von Freunden, auch aus Deutschland, konnte er jedoch langsam alles wieder aufbauen und weiterarbeiten. Heute hat er 49 Angestellte, welche rund um die Uhr arbeiten und 7 Autos, mit denen das Brot ausgeliefert wird. Es werden 5000 Brote pro Tag und viele andere Backwaren, wie Kuchen, gebacken. Die Bäckerei ist ein großer Erfolg für die Kommune und der ganze Stolz Viorels.


Ingeborg Cojocariu

Mein Name ist Ingeborg Cojocariu.  Geboren wurde ich am 25. August 1943 in Schlesien, was damals zu Deutschland und jetzt zu Polen gehört. Nach Kriegsende 1946 versuchten meine Familie und ich über die bewachte Grenze nach Deutschland zu flüchten, was uns leider misslang. Wir wurden alle von russischen Soldaten verhaftet und in ein Lager gebracht. Nach einiger Zeit wurden wir mit vielen anderen Menschen in Viehtransporten Richtung Sibirien abtransportiert. Der Transport dauerte Monate und als wir schließlich in Rumänien ankamen, verließen uns die russischen Soldaten. So kam es, dass meine Familie und ich viele Jahre lang in Rumänien blieben, bis sie nach Jahren mit der Hilfe von unseren Verwandten aus Westdeutschland nach Deutschland zurück kehren konnten. Ich ging allerdings nicht mit, da ich mein Studium beenden wollte. 1963 bekam ich mein Diplom als Lehrerin und auch eine Stelle in Zvoristea. 1964 heiratete ich Gheorge Cojocariu, der auch Lehrer war. Wir hatten einen Sohn, welcher als Agraringenieur in Deutschland arbeitete, allerdings starb er 2018.  Seit 1992 kommen Hilfsgruppen aus Deutschland zu uns nach Rumänien, mit denen ich zusammen arbeite. 1995 gründeten wir einen Verein in Buda, zu wessen Direktor Gheorghe Ursaciuc gewählt wurde. Seitdem kooperiert unser Verein mit Gruppen aus Deutschland und den Niederlanden, mit deren Hilfe wir bereits vielen ärmeren Menschen aus unserer Kommune und auch anderen Orten helfen konnten.


Gheorghe Ursaciuc

Hallo ich bin Gheorghe Ursaciuc. Geboren wurde ich am 31.10.1957 in Zvoristea, Kreis Suceava. Nach der Schule fing ich eine Ausbildung zum Schneider an. In diesem Beruf arbeitete ich 20 Jahre. Im Zuge der Wende in Rumänien musste ich meine Arbeit aufgeben und fing an, bis zu meinem Renteneintritt, in einer Tischlerei zu arbeiten. Da ich immer sah, dass es bei uns sehr viel Leid und arme Menschen gibt, wollte ich helfen und gründete mit Gleichgesinnten 1995 den Verein Neue Hilfe e.V., wo ich zum Direktor gewählt wurde. Ich kümmerte mich um Personen und Gruppen, die uns mit Sach- und Geldspenden unterstützen und tue das auch heute noch mit großer Begeisterung.